Die heilige Trinität

Bei Gott, hier ist es lange ruhig gewesen. Doch in der Ruhe liegt bekanntlich die Kraft. Ebenso wie in dem Parfüm, dem wir uns in dieser Bildserie widmen. Manche würden behaupten, es wäre der beste Duft, den sie je in ihrer Nase vernommen hätten. Andere wiederum würden das eventuell nicht so extrem sehen – wobei mir dennoch bisher niemand begegnet ist, der den Fakt abstreiten würde, dass dieses Parfüm vom Flakon bis hin zur Sillage etwas ganz besonderes ist. Die Rede ist natürlich von Xerjoff Naxos. Ein Klassiker unter den Nischendüften. Zitrische Kopfnoten treffen auf Honig im Herz und werden durch Basisnoten wie Tabak und Vanille angereichert. Natürlich enthält der Duft noch weitere Inhaltsstoffe, doch die genannten geben die Reise bereits gut wieder, auf die er einen versetzt. Eine Reise, die sich zwischen erfrischend und wohlschmeckend herzhaft ausdehnt. So ließe sich Kontakt fast vermuten, dass man in die Antike zurückversetzt wurde und direkt neben Dionysos, dem Gott der Ekstase, verkehrt. Die einzige Ironie dahinter ist wohl, dass der Name sich von der griechischen Insel Naxos herleitet, wohingegen die Farben Rot und Grün auf dem Flakon eher an Italien denken lassen – die Pointe ist nun, dass Xerjoff aus Frankreich kommt. 

Während wir diese Trinität so stehen lassen und uns darauf einigen, dass das Gefühl von Xerjoff Naxos wohl zu allen drei Parteien passt, blicken wir auf die Bildserie. Das charismatisch strahlende Gelbgold ist wohl das signifikanteste Merkmal des Duftes. Und tatsächlich strahlt es auch in echt so sehr – wobei es heißt, dass es mit zunehmender Reife ein wenig dunkler wird (bin gespannt). Abgerundet wird der Flakon durch die glänzende Spitze, ein unverkennbares Stilmittel der Marke. Selbst die Verpackung ist ein Kunstwerk in sich. So wirkt sie wie ein bequemer Sarg, in dem die Welt aus Zitrone und Vanille schlummert, ehe sie für einen kurzen Sprüher aus ihrem Schlaf geweckt wird. Und so schließt sich der Kreis. Ein Kreis, der vom Namen, vom Duft, vom Design und von der fragwürdigen Namensgebung genau das beinhaltet, was er vermuten lässt.

Wobei der Duft mich gefühlstechnisch exakt nach Naxos an den Strand schickt – vielleicht passt er also doch besser als so manche böse Zunge behaupten würde.